Abschied vom alten Melkstand

Der alte Melkstand im November 2007

Der alte Melkstand im November 2007

Für die einen ist es ein rostiger Schuppen, der zusammenzufallen droht, für die anderen ist es ein Relikt aus der Geschichte der Landwirtschaft in unserem Dorf.

Geht man vom Gärtnersteg den Wanderweg in Richtung Depenauer Mühle, im Übrigen ein Teilstück des alten Kirchensteiges von Gut Diekhof kommend, so sieht man auf der rechten Seite den alten Unterstand.

Hier war früher der Melkstand von Bauer Böttiger vom Hof Hochtor mitten in Stolpe. Auf den Weiden oberhalb des Sees standen die Böttiger – Kühe bei jedem Wetter. Nur im Winter kamen sie in den warmen Stall mit dem strohbedeckten Boden.

Abends, wenn die Euter voll mit Milch gefüllt waren, kam Hans und später sein Sohn Helmut Böttiger mit dem Traktor gefahren. Die Kühe trabten selbst schon zum Melkstand und warteten, bis sie an der Reihe waren. In Reih und Glied stellten sie sich im Milchstand auf, die Melkmaschine wurde an ihren Euter angeschlossen, und dann startete der Bauer den Motor des Traktors, um die Kurbelwelle in Drehung zu bringen. An die Kurbelwelle war ein Kompressor angeschlossen, der für den nötigen Unterdruck sorgte, so dass die Milch abgepumpt werden konnte. War die erste Riege Kühe fertig, kamen die nächsten dran, bis alle wieder einen leeren Euter hatten. Die Milch wurde in Kannen gefüllt und auf dem Traktor zum Dorf gebracht, wo sie auf die Abholung durch den Milchwagen der Molkerei wartete.

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