Der Militärverein von Stolpe und Umgebung

Der Militärverein von Stolpe und Umgebung wurde am 6. Mai 1908 von 8 Personen gegründet. Der erste Vorsitzende war der 2. Lehrer Johann Hinrich Brunkhorst. 1911 hatte der Militärverein sogar schon 49 Mitglieder.

Am 9. Juni 1912 konnte der Militärverein endlich seine eigene Fahne weihen.

AK Militärverein von 1912

Beschreibung der Fahne

Die Fahne des Stolper Militärvereins hatte auf der Vorderseite, wie die meisten anderen Militärvereine in Schleswig-Holstein auch, die „Germania“ als Motiv auf dem Fahnentuch.

Rückseite Flagge von 1912

Die Germania steht auf einem Lorbeerkranz, während in den Ecken Eichenblätter abgebildet sind. Die preußische Inschrift „ Mit Gott für König und Vaterland“ zierte fast jede Fahne der schleswig-holsteinischen Militärvereine und orientierte sich an den Vorbildern der Veteranen des Deutsch-französischen Krieges von 1870/71.

Nach den Bestimmungen der Berliner Regierung war seit dem 29.7.1869 die Abbildung des heraldischen preußischen Adlers zwingend vorgeschrieben, wenn man eine amtliche Genehmigung der Fahne erreichen wollte.

Vorderseite Flagge von 1912

So prangt in der Mitte der Vorderseite der Fahne des Stolper Militärvereins der preußische Adler, umkränzt von Eichenlaub, darüber die Überschrift „Militär Verein“ und darunter „für Stolpe und Umg.“. Oben in der Mitte prangt die Kaiserkrone. In den Ecken befinden sich stilisierte Lilien. Die linke Zahl 1908 bezeichnet das Gründungsjahr, 1912 das Jahr der Fahnenweihe.

Leider ist über den Verbleib der kostbaren Fahne nichts bekannt. Doch zum Glück ist sie uns als Ansichtskarte erhalten geblieben.

 

Aktivitäten des Militärvereins Stolpe und Umgebung

Am 3.10.1908 feierte der 2. Lehrer Brunkhorst sein 25-jähriges Amtsjubiläum. Vor dem Eingang war eine Ehrenpforte errichtet. Der Militärverein, dessen Vorsitzender er war, brachte ihm morgens früh ein Musikständchen.

Gerhard Schlüter, Sohn von Sattlermeister Adolf Schlüter aus Stolpe schreibt über den Militär- oder Kriegerverein, wie er auch genannt wurde:

„Der Name „Kriegerverein“ täuscht. Die Mitglieder gebärdeten sich wenig kriegerisch. Öffentlich traten sie eigentlich nur in Erscheinung am Heldengedenktag, wie der heutige Volkstrauertag früher hieß und dann, wenn ein Kamerad zu Grabe getragen wurde.

Damals fanden die Beerdigungen noch vom Trauerhaus aus statt, wo die Leiche aufgebahrt war. Angetan mit dunklem Anzug und Zylinderhut versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins zur Teilnahme am Begräbnis am Gasthof „Zum Pfeifenkopf“. Eine Fahnenabordnung trug die Vereinsfahne dem Trauerzug voran, gefolgt von der Blaskapelle Waldorf, die aus Plön angereist war. Unter den Klängen eines Trauermarsches folgten die Mitglieder dem Sarg mit ihrem toten Kameraden auf dem zwei Kilometer langen Weg zur Kirche.

Nach der Trauerfeier ging es dann bei flotter Marschmusik zurück zum Pfeifenkopf, wo man einkehrte, und, bei einem „Lütt un‘ Lütt“, der Verstorbene in den Himmel gelobt wurde.

Für das sonst eher gemächliche Leben im Dorf mit seinem gewohnten Trott waren solche Anlässe immer ein besonderes Ereignis.“

 

Das Pflanzen der Kaisereiche

Kaisereichen wurden am 15. Juni 1913 von den Militärvereinen zu Ehren Kaiser Wilhelms II. gepflanzt, zum Gedenken an sein 25 jähriges Thronjubiläum vom 15. Juni 1888. So auch in Stolpe an der damaligen Landstraße nach Wankendorf gegenüber dem Gasthof „Zum Pfeifenkopf“. Sie wurde mit einem Gedenkstein versehen.

Gaststätte Pfeifenkopf 1950

Gaststätte Pfeifenkopf 1950 mit Kaisereiche und Gedenkstein

Inschrift des Gedenksteins

 

Zur Erinnerung

an das 25 Jahr

Regierungs – Jubiläum

Kaiser Wilhelm II.

Der Militärverein von Stolpe und Umg.

1888 – 1913

 

Die Kaisereiche stand dort 92 Jahre, abgebildet auf vielen Fotos der Gaststätte „Zum Pfeifenkopf“, bis sie am 6. Januar 2006 aufgrund eines Pilzbefalls gefällt werden musste.

Tod der alten Kaisereiche

Ende der alten Kaisereiche

Der Gedenkstein wurde, nachdem 1972 auf dem Grundstück Am Pfeifenkopf 2a das Einfamilienhaus von Hermann Wendt gebaut wurde, umgesetzt. 1982 bekam er beim Bau des Feuerwehrgerätehauses seinen endgültigen neuen Standort vor dem Gebäude am Depenauer Weg 3.

Gedenkstein für Kaiser Wilhelm II

Gedenkstein für Kaiser Wilhelm II

 

 

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