Chris Dose – Auswanderer zum Mississippi 1873

Chris Dose Family

Familie David Chris Dose alias Hans Christian Friedrich Dose      Vordere Reihe: David Christian Dose, Josephine Bellinger, Walter Samuel; hintere Reihe: Mary Sophie, Jacob Christian, Carrie Mae

Hans Christian Friedrich Dose, geboren am 4. März 1844 auf dem Hof Kielerkamp, war das zweite Kind des Landarbeiters Claus Diedrich Dose und seiner Ehefrau Margaretha Larsen aus Wattenbek.

Die Eltern waren landlose Insten, und sie zogen vom Hof Klingenberg, über den Hof Kielerkamp, Jahsdorf, Hademarschen und wieder zurück nach Nettelau.

Hans Christian Friedrich Dose hielt es nicht in Schleswig-Holstein, und er heuerte am 29. April 1873 in Bremen auf dem Kohlenschiff mit Besegelung „America“ an. Am 19. Mai 1873 desertierte er in New York von Bord des Schiffes und wanderte illegal in die USA ein. Da er als Deserteur mit Abschiebung nach Deutschland rechnen musste, änderte er seinen Namen in David Christian (Chris) Dose.

SS America

Steamship “America”

6 Jahre war er unterwegs, eventuell als Seemann auf der Linie New York – New Orleans und/oder auch auf dem Strom Mississippi. 1879 ließ er sich im Issaquena County, Mississippi, nieder und heiratete Josephine Ophelia Bellinger Smith, die vorher schon einmal verheiratet war. 1880 erwarb er Land im Norden von Vicksburg am Yazoo River, der nördlich von Vicksburg in den Mississippi mündet. 1882 musste Chris Dose mit seiner Familie eine große Flut überstehen, denn das Haus stand erhoben direkt über dem Yazoo-River. Das Problem bei den Fluten war, dass der Schwall des Mississippi in den Yazoo-River zurückstaute.

Karte Doses Place

Karte Doses Place

Das Ehepaar Dose bekam 5 Kinder: Mary Sophie (*1882), Jacob Christian (*1882), Carrie Mae (*1886), Walter Samuel (*1894) und sein Zwillingsbruder William, der mit 4 Jahren starb. Walter diente im 1. Weltkrieg bei der Red Diamant Gun Division in Frankreich. Sie kamen in einen Gasangriff. Davon erholte er sich nicht mehr richtig und verstarb 1925. Er liegt auf dem National-Friedhof in Vicksburg begraben.

Im Jahr 1897 erreichte wieder eine große Flut den Yazoo-River. Chris sah Häuser an ihm vorbeischwimmen, und er hatte Sorge, dass es mit seinem Haus auch geschehen könnte. So kam er auf die Idee, sein Haus mit Holzstämmen zu beschweren, damit es nicht aufschwimmen konnte, was zuerst auch gelang. Ein besonderes Problem bei den Überschwemmungen waren die Klapperschlangen, die in den Häusern Zuflucht vor der Flut suchten. Ansonsten verlebte man hier die Zeit mit der Farm, mit Fischen, Jagen und Trapping.

Morning Star

Dampfer Morning Star

Einen besonderen Hass hatte Chris Dose auf die Schaufelraddampfer, deren Bugwellen sein Haus erschütterten. Und so manches Mal lehnte er sich aus dem Fenster und drohte den Kapitänen mit der Faust, damit sie ihre Fahrt verlangsamten. Einmal sogar schoss er mit der Schrotflinte auf ein Führerhaus der Flotte, die zwischen Vicksburg und Yazoo-City pendelte, traf jedoch zum Glück niemanden.

Morning Star

Foto der “Morning Star”

Während der Flut 1897 lernte er den Adventisten James Edison White und seine Frau Emma kennen. Sie retteten mit ihrem Dampfer „Morning Star“ viele arme Menschen am Fluss, besonders die schwarzen, die in großer Unterdrückung und Armut lebten. Auch brachte er mit dem Schiff ihr Hab und Gut in Sicherheit. Obwohl Chris Dose auch gegen dieses Schiff zuerst eine große Wut empfand, musste auch er seine Hilfe annehmen und bat ihn um Vergebung. Somit wurde er zu einem Anhänger des Wirkens der Adventisten und von James Edison White. Seine Tochter Sophie konvertierte und wurde Adventistin.

James Edison White

Adventistenprediger James Edison White

David Christians Frau Josephine verstarb am 11. Mai 1905 auf der Farm im Issaquena County. Sie wurde in einem der Mounds, der Grabstätten der Indianer in dem Gebiet beigesetzt. 1907 heiratete David Chris Dose die Witwe Mollie E. Ransom, die 17 Jahre jünger war als er und schon mehrere Kinder hatte.

ChrisDoseMollieRansom Heirat

Heiratsurkunde Chris Dose und Mollie Ransom

Danach berichtet die Familienchronik der Kinder aus erster Ehe nicht mehr. Die Kinder gaben die Farm auf, denn sie lag zu nah am Wasser und siedelten sich in Vicksburg an.

David Christian Dose, der ausgewanderte Stolper vom Kielerkamp, verstarb am 7. November 1925 in Cedar Oaks im Bundesstaat Mississippi.

 

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