Kinder im Nationalsozialismus

 

Klassenfoto 1933

Schulfoto 1933

An Sonn- und Feiertagen fand mehrfach im Jahr ein Naziaufmarsch mit vielen Teilnehmern statt. Die Männer trugen braune Uniformen, schräg über der Brust verliefen Riemen. Sie sangen „Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt“. Die Kinder fanden den Aufmarsch spannend, liefen hinterher und sangen mit, auch Ilse und ihre Freundin Rosemarie. Als die Eltern dies sahen, wurde Ilse ausgeschimpft und durfte das „Spiel“ nicht mehr mitmachen, denn ihre Eltern waren den Nazis nicht zugetan.

Helmut B. war Jungvolkführer und übte mit den Kindern den Hitlergruß. Die Eltern jedoch verboten ihren Mädchen weiter dorthin zu gehen. Die Hitlerjugend (HJ) und der Bund Deutscher Mädchen (BDM) trafen sich in der ersten Zeit nach Hitlers Machtergreifung 1933 in der Ziegelei.

Als Lehrer Heinrich Pöhls eines Tages mit dem Fahrrad an der Holmschen Kate vorüber fuhr, und die Mädchen nicht mit dem Hitler-Gruß gegrüßt hatten, mussten sie am nächsten Morgen in der Schule eine Stunde mit dem Hitlergruß still stehen.

Zudem wurden in der Schule häufiger Reden des “Führers” gemeinsam angehört. Da hatten sich Deutsch und Mathematik kurzzeitig hintenan zu stellen.

Zur Ehrenrettung von Hauptlehrer Pöhls muss gesagt werden, dass er ungeachtet seiner nationalsozialistischen Gesinnung ein guter Lehrer war. Er war seinen Schülerinnen und Schülern zugetan. Sein Schüler Adolf Riecken berichtet, dass er seine Schüler förderte, egal, welche Gesinnung im Elternhaus vorlag. Adolf Rieckens Vater Heinrich war bekennender Sozialdemokrat.

 

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