Liste der inhaftierten Kriegsgefangenen in der Ziegelei Stolpe (Arolsen-Archiv)

Ziegeleibesitzer Hans Busse bekam im Herbst 1946 über die britische Militärverwaltung den Auftrag der Vereinten Nationen, die Namen und Nationalitäten, sowie den Geburtsort, die Nummer der Erkennungsmarke und das Datum des Ein- und Austritts der Kriegsgefangenen / Zivilpersonen im Lager Ziegelei Stolpe aufzulisten. Hans Busse schickte diese am 8.11.1946 an den Senior Search Officer, 57 Tracing Office in Hamburg, Curio Haus.

Dieses Schreiben wird im Arolsen Archiv aufbewahrt, das über die weltweit größte Datenbank über die Nazi Verfolgungen verfügt. Das Arolsen Archiv stellt derzeit mit weltweit über mehreren hunderttausend Freiwilligen die digitalisierten Akten online, sodass sie einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Noch heute suchen Angehörige das Schicksal von Kriegsgefangenen und Kriegstoten aufzuklären. Das ungewisse Schicksal der Opfer des deutschen Angriffskrieges bildet seitdem eine Wunde in vielen betroffenen Familien.

Die Liste der Kriegsgefangenen in Stolpe räumt mit einer Mähr auf, die sich seit Kriegsende in Stolpe gehalten hat. Es wird immer wieder erzählt, es hätte einen „Russenschuppen“ gegeben, in dem die vor allem russischen kriegsgefangenen Soldaten geschlafen hätten. Es handelt sich bei den Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aber um mehrere Nationalitäten:

Tschechen – 10 Personen (Zivilarbeiter)

Polen – 23 Personen (Kriegsgefangene)

Italiener – 10 Personen (Kriegsgefangene)

Russen – 5 Personen (Kriegsgefangene)

Ukrainer – 1 Person (Zivilarbeiterin)