Kirchensteige in Stolpe

 

Kirchensteige stammen aus einer Zeit vor dem Automobil, und aus einer Zeit, in der es normal war, am Sonntag die Messe zu besuchen, ebenso wie an Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen.

Die Kirchensteige waren festgelegte Wege, auf denen zu Fuß gegangen oder mit der Kutsche gefahren werden konnte. Kirchensteige durften vom Gutsherrn nicht umgepflügt werden, sondern waren in einem ordentlichen Zustand zu erhalten.

Bis 1894 war die zuständige Kirche des Kirchspiels Bornhöved, so auch für Stolpe, die Vicelinkirhe in Bornhöved. Sie war das Ziel der Kirchensteige aus den Dörfern. Es war genau festgelegt, welches Dorf zu welcher Kirche eingepfarrt war. So waren Depenau und Bundhorst zur Kirche in Preetz eingepfarrt, Gut Horst und Diekhof dagegen zu Bornhöved.

Kirchensteig von Gut Horst

Herrenhaus Gut Horst zwei Eichen

Herrenhaus Gut Horst Hinteransicht mit zwei Eichen

Gut Horst war am weitesten abgelegen. Auf der Rückseite des Herrenhauses verlief eine Eichenallee, von der heute noch zwei Eichen am Gutshaus erhalten sind, bis zum Diekhofer Weg. Diese Allee ist heute aufgehoben. Der Kirchensteig für beide Güter verlief weiter entlang des Diekhofer Weges in Richtung Gut Perdoel, um dann am Waldrand nach rechts abzubiegen in Richtung Depenauer Mühle. Dieses Wegstück ist heute ebenfalls umgepflügt. Als Ersatz dient der so genannte Wiesenweg durch die Felder des Gutes Perdoel etwas südlich des alten Kirchensteiges, heute ein Teil des Wander- und  Radweges rund um den Stolper See.

Weißblühender Bogen

Weißblühender Bogen

Er geht weiter östlich des Stolper Sees zur Depenauer Mühle, wendet sich nach links über die Verbindungsstraße Stolpe Depenau, um nach kurzer Wegstrecke links abzubiegen in den Wanderweg westlich des Stolper Sees. 1974 wollte man einen Wanderweg direkt am Westufer des Stolper Sees anlegen. Aufgrund der vielen Bedenken ersann man sich des alten Kirchensteiges, der dann entsprechend hergerichtet wurde. Mit dem heutigen Gärtnersteg erreicht der alte Kirchensteig das Dorf Stolpe. Hier verlief er weiter über den Fischerredder, der damals keine Sackgasse war, über den Kamp bis zum Weg nach Wankendorf. Hier ging es weiter über die alte Verbindungsstraße nach Bornhöved, der heute die Kreisstraße 43 folgt, bis zur Vicelinkirche in Bornhöved.

Kirchensteig von Gut Nettelau

Von Gut Nettelau verlief ein heute umgepflügter Kirchensteig über die Felder zum Ölweg. Der so genannte Ölweg verläuft von der Nordspitze des Krummendiek bergan zum Kielerkamp. Am Nordende des Krummendiek lag früher die Erdölbohrung Warnau 2, von der aus lange Jahre Erdöl gefördert wurde. Dort, wo der Kirchensteig von Nettelau einmündete, steht heute noch eine knorrige Eiche.

Knorrige Eiche am Ölweg

Knorrige Eiche an der Ecke Ölweg / Kirchensteig Nettelau

Oben am Kielerkamper Weg angekommen, der ein Teil des Alten Heerweges zwischen Kiel und Altona war, verlief der Kirchensteig auf dem Kielerkamper Weg geradeaus in Richtung Wankendorf und vereinigte sich dort in Höhe des Kamp mit dem Kirchensteig aus Gut Horst.

 

Kirchensteig von Mißmaaßen

In Mißmaaßen, ausgehend vom letzten Hof, Hof Hohenhanswisch, heute Keggenhof, verlief der Voßweg direkt hoch zur Allee von Gut Löhndorf. Der Name leitet sich ab vom früheren Besitzer des Hofes Köllingbek Voß, dem letzten Stolper Hof an der Löhndorfer Allee. Der Voßweg war drei Meter breit und verlief von der Steinbrücke über die Hollenbek bis zur Allee. Vom Voßweg führte der Kirchensteig weiter nach links über die Allee von Gut Löhndorf über Bansrade in Richtung Wankendorf.

Weg an der Hollenbek

Weg an der Hollenbek

1986 wurde dieser alte Kirchensteig vom Verwalter des Gutes Löhndorf umgepflügt. Nach Protest von Herrn Keggenhoff beim Amt Wankendorf  wurde ein Ersatzweg entlang der Hollenbek und einem Knick zum Gehöft Köllingbek, heute Brüggen, angelegt. Dieser Weg ist ein Trampelpfad, kann aber auch von Radfahrern befahren werden.

 

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