Bauleitplan Nr. 7 – „Gärtnersteg“ – von 1988

Die Gewächshäuser von der Dorfstraße aus gesehen

Die Bauleitpläne der Gemeinde Stolpe haben oft mit den Veränderungen in der wirtschaftlichen Struktur Stolpes zu tun. Im Fall des Gärtnerstegs ist es u.a. der Niedergang der Groß-Gärtnerei Steenhoek, die zwischen Dorfstraße, Depenauer Weg und dem heutigen Gärtnersteg gelegen war.

Heute deutet kaum noch etwas auf die vielen Gewächshäuser hin, in denen die unterschiedlichsten Pflanzen, Blumen als auch Gemüse, gezogen wurden.

Geblieben sind das ehemalige Wohnhaus von Leander Steenhoek (+ 1961) am Depenauer Weg 6, die ehemalige Blumenhalle, in der die Schnittblumen sortiert, gebunden und bis zum Transport gelagert wurden. Und auch das etwas zurückliegende Haus Depenauer Weg 6a, vor der Blumenhalle gelegen, gehörte zum Areal der Gärtnerei.

Das reetgedeckte Haus Gärtnersteg 9 erbaute früher der Prokurist der Gärtnerei, Michael Koller.

Das Haus davor beherbergte Angestellte der Gärtnerei.

Die Häuser auf der rechten Seite des Gärtnerstegs waren Abverkäufe der Hofkoppel vom Hof Böttiger und dem Hof Mester–Pelk.

Bevor die Gärtnerei Steenhoek im Mai 1985 in Konkurs ging, wurden peu à peu Grundstücke entlang der Dorfstraße verkauft, die heute alle die Nummern 11 und 11 a bis f tragen. Und weiter ging es mit dem Verkauf um die Ecke nach links in den heutigen Gärtnersteg hinein, von Nr. 1 bis zuletzt Nr. 11. Alle diese Grundstücke waren verkaufte Randstücke der ehemaligen Gärtnerei Steenhoek.

Blick in den Gärtnersteg hinein

Folgt man am nördlichen Ende des Gärtnerstegs im rechten Winkel nach Osten einem landwirtschaftlichen Weg, nördlich der Hofkoppel von Böttiger gelegen, steht man nach ca. 200 m vor der ehemaligen Villa von Cornelius Steenhoe nebst Nebengebäuden. Sie liegt direkt über einem Steilufer an der Westseite des Stolper Sees. Sie hat heute die Hausnummer Gärtnersteg 16.

Villa am See

Zu guter Letzt wurde noch ein vorerst letztes Einfamilienhaus am nördlichen Rand des Gärtnerstegs hinzugefügt. Ein mögliches zu bebauendes Grundstück ist noch frei.

Für die vor 1988 bestehende Bebauung sollte nun ein Bebauungsplan erstellt werden: Der Weg sollte gepflastert und der Untergrund mitsamt der Kanalisation für Abwasser und Regenwasser, der Versorgung mit Frischwasser, sowie die Versorgung mit Elektrizität unter der Erde vorbereitet werden.

Hofkoppel und EFH unter dramatischen Wolken

Heute ist der Gärtnersteg eine kleine, verkehrsberuhigte Straße, quasi eine „Sackgasse“ für PKW und größere Fahrzeuge, erschließt aber auch die verbliebenen Felder auf der rechten Seite des Weges. Hier in nördlicher Richtung geht der Gärtnersteg in einen alten Kirchensteig über, der heute oberhalb des Stolper Sees als Wanderweg dient, und der zur Stolper Streusiedlung Mühlenberg sowie zur Depenauer Mühle führt.