Die Bürgerinitiative für Natur- und Landschaftsschutz Stolpe (BI-NAT)

Einladung 3.11.93

Einladung 3.11.93

Im Jahr 1993 bildete sich in Stolpe die BI-NAT, die Bürgerinitiative für Natur- und Landschaftsschutz Stolpe. Anlass war die geplante Bebauung einer schützenswerten Feuchtwiese an der südlichen Dorfstraße. Schon in den 70er Jahren sollten hier Wohnhäuser entstehen, aber der Kreis lehnte die Bebauung wegen der fehlenden Infrastruktur ab. Nun wurden dort seit 1990 Grundstücke mit „Seezugang“ angeboten. Das rief Anwohner und umweltbewegte Bürgerinnen und Bürger auf den Plan.

Schafe auf der Feuchtwiese

Schafe auf der Feuchtwiese

Die Ziele der BI-NAT gingen jedoch über diesen konkreten Anlass hinaus. In einer programmatischen Erklärung hieß es:

„Wir verfolgen keine ökonomischen, sondern ökologische Ziele im Sinne einer ökologischen Verbesserung unserer Natur- und Kulturlandschaft. Übergeordnetes Ziel ist die Erhöhung unserer Lebensqualität durch die Sicherung unserer natürlichen Umwelt und Landschaft. Eintreten für einen menschenwürdigen und bewussten Umgang mit der Natur, d.h. Einsetzen für die Erhaltung (Sicherung) und Entwicklung von naturnahen Landschafts- und Naturbestandteilen. Wir wollen den Bürgern der Gemeinde Stolpe die Anliegen und Notwendigkeiten des Naturschutzes verdeutlichen, speziell als Prinzipien des vorsorglichen Handelns (Vorsorge für die Natur).“

Bibernelle vor ausgeblühtem Raps

Bibernelle vor ausgeblühtem Raps

Am 23. September 1993 kam es zu einer ersten öffentlichen Veranstaltung, an der 50 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. An diesem Abend wurden Unterschriften gesammelt, sowie Einsprüche gegen den Bebauungsplan Nr. 12 „Südliche Dorfstraße“ und andere Formen des Protestes vorbereitet. Es bildete sich eine kleine Kerntruppe heraus, die das operative Geschäft übernahm und in zahlreichen Sitzungen den Protest weiter vorantrieb.

Öffentlicher Vertreter der BI-NAT Stolpe war der damalige örtliche Naturschutzbeauftragte Diplom-Biologe Dr. Hein-Arnold Steinborn.

Nachdem das Berliner Ehepaar Friedrich 1992 den Stolper See samt Mühlen-Ensemble gekauft hatte, entwickelte sich ein zweites Standbein der BI-NAT – das Eintreten für einen freien Zugang am Mühlenberg zum Stolper See. Das ehemals freie Gelände, welches Ortsansässige zum Baden nutzten, wurde mit Stacheldraht eingezäunt. Es herrschte allgemeine Empörung, sogar RTL regional berichtete vor Ort.

Alte Badewiese am Mühlenberg

Alte Badewiese am Mühlenberg

Aber es gab nicht nur Protest. Die aktiven Mitglieder BI-NAT bauten gemeinsam eine Korksammelstelle auf, die bis heute besteht, wenn auch an einem anderen Ort. Auch Hummelwohnheime wurden gebastelt, um einen Unterschlupf für die kleinen Flieger zu schaffen. Zusammen mit der Ökologischen Tischlerei Nettelau von Thomas Sievers wurden für die Dorfjugend Basteltage organisiert, an denen man Nistkästen und Vogelhäuser baute.

Die BI-NAT nahm am Dorffest  1996 mit einem Stand teil. Theresia Künstler zeigte ein selbst gedrehtes Video über Naturstandorte in Stolpe. Ein Aquarium mit einem Flusskrebs und anderen Kleinstbewohnern der Alten Schwentine am Mühlenberg wurde von den  beiden Biologen der BI-NAT erklärt.

Aquarium der BINAT

Aquarium der BINAT (Kieler Nahrichten vom 4.6.1996)

Ein unterhaltsamer und lehrsamer Nachmittag. Im folgenden Jahr beteiligte sich die BI-NAT mit einer Fotoausstellung über Tier-, Pflanzen- und Landschaftsaufnahmen aus dem Stolper Umland. Die Bilder entstanden auf Naturwanderungen, die von der BI-NAT organisiert wurden.

 

Nach einer sehr aktiven Zeit ergaben sich Widersprüche zwischen den Aktiven, ob der Ausrichtung der BI-NAT. Eine kleinere Gruppe wollte mit Maximalforderungen auftreten, während die Mehrzahl der aktiven Mitglieder eine verbindlichere Form der Arbeit wünschte.

Gegen Ende der 90er Jahre fanden keine weiteren Aktivitäten und Zusammenkünfte mehr statt, zudem Dr. Steinborn seinen Wohnsitz nach Süddeutschland verlegte.

Die BI-NAT existierte somit in Stolpe für ca. 6 Jahre.

 

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