Die Tischlerei Riecken

Heinrich Riecken 1936-37
Heinrich Riecken 1936-37

Der Tischlergeselle Heinrich Riecken arbeitete bei Adolf Gerds in der Stolper Ziegelei. Adolf Gerds war von ihm angetan und bot seinem Tischlergesellen das Haus Dorfstraße 23 zum Kauf an. Zu diesem Zeitpunkt war es eine einfache Reetdachkate. Nach der Inflation im August 1924 kaufte Heinrich Riecken sofort das Gerdsche Haus.

Tischlerei Riecken
Die alte Tischlerei Riecken

Heinrich Riecken baute das Haus aus mit einer Einliegerwohnung im Dachgeschoss und zwei Wohnungen im Erdgeschoss, versah es mit einem großen Giebel und ließ es mit Wein bewachsen. Auch ein Hinterhaus baute er auf. Dahinter lag der Garten. Links am Haus wurde ein Anbau mit Flachdach errichtet, die Tischlerwerkstatt. 1952 wurde das Flachdach durch ein Giebeldach ersetzt. Dabei wurde der Giebel vorgezogen und die Werkstatt vergrößert.

Werkstatt 1952
Die Tischler-Werkstatt 1952

Adolf Riecken besitzt heute noch das Anschreibebuch mit den Aufträgen von 1925.
Heinrich Riecken hatte zwischenzeitlich drei Gesellen angestellt und bildete jeweils einen Lehrling aus, z.B. Fritz Krösius, den Sohn des damaligen Stolper Fischers. Heinrich Riecken führte die Tischlerei bis zum Erreichen des Rentenalters im Jahr 1955. 1953 erwarb sein Sohn Adolf, der bei der Tischlerei Petersdotter in Preetz gelernt hatte, den Meisterbrief.

Goldener Meisterbrief 2003
Goldener Meisterbrief  von Adolf Riecken 2003

 

Am 1. April 1955 übernahm Adolf Riecken die Tischlerei seines Vaters. Sein erster Lehrling 1955 war der Sohn des Stolper Lehrers Karl Zarp. Den ersten Firmenwagen gab es 1957. Es war ein roter Lastwagen Tempo Wiking (0,75 t) von Vidal und Sohn, ein 2-Takter auf 4 Rädern mit 452 cm³ Hubraum und 17 PS Leistung. Zuvor lieferte Adolf Riecken die Einzelstücke aus der Werkstatt mit dem Fahrrad aus, nach Stolpe und bis nach Wankendorf. Sperrige Stücke wurden von Ernst Pelk mit seinem Pferdefuhrwerk ausgeliefert.

Heizung auf dem Tempo Wiking
Heizung auf einem VW-Pritschenwagen

Ab Mai 1965 wurde das neue Betriebsgebäude schräg gegenüber gebaut. Anfang Januar 1966 zogen die Maschinen der Tischlerei in die neuen Räume um, mit dem Pferdeschlitten des benachbarten Hofes Böttiger. Alle Nachbarn halfen damals mit.

Umzug mit Schlitten
Umzug mit Schlitten

1967 wurde die obere Wohnung im alten Haus über der Werkstatt weiter ausgebaut. Die alte Werkstatt diente nun als Sarglager. Adolf Rieckens ältester Sohn Helmut trat 1993 in den Betrieb ein. 1995 erreichte Adolf Riecken das Rentenalter, was ihn jedoch nicht abhält, werktags in der Tischlerei mitzuarbeiten. 2003 erhielt Adolf Riecken von der Handwerksinnung Plön/Ostholstein den Goldenen Meisterbrief ausgehändigt. Im Jahr 2005 dann trat Martin Riecken, der jüngste Sohn, in den Betrieb ein.

Adolf Riecken Tischlermeister
Adolf Riecken Tischlermeister

Die Firma wurde in eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) umgewandelt, mit dem Namen

Tischlerei Adolf Riecken GbR
Inhaber
Helmut und Martin Riecken.

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