Die Stendersche Schmiede

 

Mähdrescher 1
Mähdrescher vor der Schmiede

Uwe Stender lernte den Beruf des Schlossers bei der Firma Mehrens in Neumünster. Sein Ausbilder war der Schlossermeister Otto Mertens, dessen Tochter Marianne er im Jahr 1946 zum Altar führte.

Nachdem er seinen Meister gemacht hatte, kaufte Uwe Stender die Stolper Schmiede im Jahr 1957 auf Leibrente von  Schmiedemeister Johannes Kröger. Schmied Kröger und seine Frau Martha zogen sich daraufhin auf ihr Altenteil nach Ostenfeld am Nordostseekanal in der Nähe von Rendsburg zurück.

Julius Friedrichsen
Julius Friedrichsen – rechts vor der Schmiede

Uwe Stender übernahm den Altgesellen, den gelernten Schmied und zusätzlich ausgebildeten Hufschmied, Julius Friedrichsen aus Stolpe. Damals gab es noch viele Pferde. Noch bis Anfang der 60er Jahre standen jeden Morgen 3 – 4 Pferde vor der Schmiede, die beschlagen werden mussten. Das war die Arbeit von Julius Friedrichsen. Er hatte bei Schmiedemeister Johannes Kröger gelernt. Im 2. Weltkrieg beschlug er Pferde bei der Wehrmacht. Nach dem Krieg kehrte er in die Stolper Schmiede zurück. In den 60er Jahren nahm die Mechanisierung in der Landwirtschaft ihren Lauf. Immer weniger Pferde wurden eingesetzt.

Mähdrescher
Mähdrescher mit Uwe Stender am Steuer

Schlossermeister Uwe Stender sah diese Entwicklung voraus und kaufte schon 1958 einen Mähdrescher für 38 000 DM. Als Lohnunternehmer vermietete er diesen an die Bauern des Dorfes, die,  bis auf den Hof Missenkamp, noch keine großen Maschinen besaßen.

Vor dem Kauf hatte er sich bei den Landwirten vergewissert, dass es Bedarf für einen Mähdrescher vor Ort gab. Als zweites wirtschaftliches Standbein erwies sich der Metallbau: Geländer, Türen, Treppen wurden nach Wünschen der Kundschaft hergestellt und vor Ort eingebaut.

Treckerreparatur
Treckerreparatur durch Uwe Stender

Von den drei Söhnen Henning, Detlef und Manfred trat der mittlere, Detlef, in die Fußstapfen des Vaters. Er absolvierte von 1969 – 1972 eine Schlosserlehre im väterlichen Betrieb. Mit 17 Jahren war er bereits Geselle. 8 Jahre arbeitete er als Schlossergeselle in der Schmiede des Vaters. In dieser Zeit baute er auch die legendären Garten- und Hauslampen. Nach einer 6jährigen Auszeit (1980 – 1986) als Verkaufsfahrer für eine Gärtnerei trat er nach dem frühen Tod des Vaters im Jahre 1986 wieder in den elterlichen Betrieb ein.

Er führte den Einsatz des Mähdreschers als Lohnunternehmer weiter, und reparierte nebenbei auch kaputte Landmaschinen wie Traktoren und deren Zubehör. Im Jahr 1998 machte Detlef Stender seinen Metallbaumeister. Bis vor kurzem arbeitete er in der alten Schmiede und Schlosserei seines Vaters.

Schmiede in den 90er Jahren
Schmiede in den 90er Jahren

Von 2007 bis 2009 baute Detlef Stender mit dem alten Schmiedemeister Fritz Morr aus Wankendorf die Museumsschmiede in Leckerhölken auf, die heute eine Heiratsschmiede ist. Von den 600 Schmieden in Schleswig-Holstein im Jahr 1950 gibt es heute im Land nur noch ca. 10.

Im Jahr 2015 zog wieder Leben in die alte Schmiede ein. Der Kunstschmied Gerrit Goldmann aus Bönebüttel pachtete die Schmiede. Seine Werke kann man betrachten unter  www.holsteinerart.de. Er zog im Jahr 2017 zur Schmiede im Hof Viehbrook in Rendswühren.

Am 10. November 2018 hat Schmiedemeister Rick Burmester die Stolper Schmiede offiziell eröffnet..

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