Kuno Eckbrecht von Dürchheim-Montmartin (1912 – 1928)

Anna und Kuno Verlobung 1901
Anna von Hohenthal und Kuno vob Dürckheim-Montmsrtin bei ihrer Verlobung 1901

 

Kuno Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin wird am 19.1.1875 auf Gut Bundhorst geboren.

Er heiratet am 15.8.1901 Anna Gräfin von Hohenthal in Hohenpriessnitz. Mit ihr bekommt er insgesamt sieben Kinder:

Wolf Friedrich (*1902), Esther (*1904), Kunhild (*1905), Eberhard (*1907), Emilie (*1909), Richard (*1913) und Maximilian (*1918).

Graf Kuno wird 1911 beim Kaisermanöver in Hannover Rittmeister der 13. Ulanen. Seine Ausbildung als junger Leutnant erhält er in Salzdetfurth.

Als 1912 seine Mutter Esther Donner in Hannover stirbt, kauft er für seine Familie das Gut Jassen in Hinterpommern im Kreis Bütow.

Das väterliche Gut Bundhorst wird von einem Pächter verwaltet.

Zuvor lebt die Familie in einem Villenvorort in Düsseldorf, zuerst mit den ältesten Kindern Wolf Friedrich, Esther, Kunhild, Eberhard und Emilie, wobei die drei Ältesten dort eine Privatschule für die Haute Volée besuchen.

Familie Dürckheim 1910

Ab 1912 lebt die Familie auf dem Gut Jassen. In das holsteinische Bundhorst fährt er vor allem, um die Ernte zu überwachen.

Das Gut Bundhorst dient inzwischen seinen Eltern Adolf und Esther als Sommersitz.

Kuno von Dürckheim kümmert sich früh um die Leibeserziehung der Kinder. Mit militärischem Drill unterrichtet er die Ältesten, um sie anschließend mit Bonbons zu belohnen. Überhaupt lehnt er jede Verweichlichung in der Erziehung ab. So wachsen seine Kinder in den ersten Jahren auf Jassen wie kleine Wildlinge auf, die von Hauslehrern mühsam unterrichtet werden. In Jassen wandelt sich Kuno von Dürckheim zum Landwirt. Er verschreibt sich der Pflanzenzucht, mit Ergebnissen, die in den Handbüchern des Getreidebaus noch heute zu finden sind. Er wird Preisrichter für Schafböcke in Stettin und bewirtschaftet auch das Nachbargut Pomeiske.

Gut Jassen

Selbst die Reitstunden der Kinder auf Ponys richtet er mit militärischem Drill aus, wie es sich für einen Ulanen Rittmeister gehören soll, sehr zum Leidwesen seiner drei Ältesten.

1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, wird er zu seinem 13. Ulanen-Regiment nach Hannover eingezogen. Mit Verwalter Witt aus Holstein muss seine Frau Anna den Gutshof Jassen und die Kinder durchbringen. Eher schlecht als recht, wie sich herausstellt. Er kämpft vor allem an der Westfront. 1918 fährt er mit seinen Kindern nach Gut Bundhorst, um die Ernte mit Verwalter Lange zu besprechen, die schlecht ausgefallen ist.

1919 kehrt er ganz nach Gut Jassen zurück, nach Auflösung der 13. Ulanen in Marburg. Er widmet sich wieder der Saatzucht für Roggen und Kartoffeln. Kuno von Dürckheim ist Züchter der Sorte „Jassener Roggen“. Auch die Züchtung der Kartoffelsorte „Sieglinde“ soll auf ihn zurückgehen.

Politisch befindet sich der Adel nach Ausrufung der Republik in einer schwierigen Situation, denn allein die Monarchie ist für ihn das einzig denkbare Staatsmodell. In den 20er Jahren bringt er seine nationalen Gedanken zu Papier. Sein Wunsch ist eine starke Hand, die das Land regieren soll, möglichst jemand aus dem Hause Hohenzollern. Er schließt sich dem „Ring“ an, einer Vereinigung Konservativer unter der Leitung Hugenbergs, für die er auch Beiträge verfasst. Schließlich schreibt er sein Buch „Regulus“ über die römische Geschichte, das er Mussolini widmet.

Kuno von Dürckheim 1938
Kuno von Dürckheim 1938

1934 wird Jassen zwangsversteigert, nachdem die Schulden für den aufwändigen Umbau des Herrenhauses nicht mehr bezahlt werden können.

Heimatlos lebt er mit seiner Frau Anna in den nächsten Jahren auf seinen verschiedenen Saatzuchtstationen, u.a. auf Bundhorst.

Einen schweren Schicksalsschlag müssen Graf Kuno und seine Frau hinnehmen, als im Jahr 1941 innerhalb von zwei Monaten ihre Söhne Max und Eberhard im Krieg fallen.

Auf der Flucht vor den nachrückenden Russen leben sie zuerst bei ihrer Tochter Esther verheiratete von Schwerin – Wildenhoff mit ihren 11 Kindern. Anschließend geht die Flucht weiter zur Familie Bronsart, seiner Schwester Charlotte. Die Flucht führt weiter über das Schloss Rathmannsdorf in Sachsen, dem Familiensitz der Krosigks, wo ihre Tochter Kunhild lebt. Von dort flüchten sie weiter nach Bundhorst zu ihrem Sohn Wolf Friedrich, der seinem Vater, der seine Saatzucht auf der Flucht stets mit sich führt, ein Stück Landes abtreten muss. Weihnachten 1945 kommen sie endgültig zur Ruhe bei ihrer Tochter Emmy von Plettenberg – Heeren, wo sich auch der größte Teil der aus dem Osten geflüchteten Familie eingefunden hat.

Emmy und von Pletten-Heeren
Emmy und W.A. von Plettenberg-Heeren

Hier findet Graf Kuno seine Ruhe. Er malt Aquarelle für die Häuser seiner Töchter und führt ein zufriedenes, zurückgezogenes Leben. Er stirbt am 18.8.1956. Seine Frau Anna lebt noch weitere 10 Jahre im Kreise der großen Familie, bis sie im Wasserschloss Kamen – Heeren nach langer Krankheit 1966 verstirbt.

 

 

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