Gustav von Löbbecke (1890 – 1904)

Gustav von Löbbecke
Gustav von Löbbecke

Gustav Emil Ludwig Johann von Löbbecke wurde am 29.11.1846 in Braunschweig als Sohn des Landwirts Johann Heinrich Wilhelm von Löbbecke und seiner zweiten Frau Elvire Karoline Helene Denike geboren.

Dessen Vater Friedrich Karl (*1716) war Sohn des Ratsherrn und Kämmerers Johann Anton Löbbecke aus Iserlohn, dessen zwei jüngste Söhne das Bankhaus Löbbecke & Co. gründeten. Die Geschäftstätigkeit des Hauses wurde später nach Braunschweig verlegt.

Die Familie erhielt den erblichen Adelsstand im Jahr 1840.

Gustav von Löbbecke besuchte das Gymnasium Martino – Catharinum und ging danach für kurze Zeit nach Genf.

Von April des Jahres 1866 bis zum Herbst 1868 bildete er sich bei namhaften Landwirten, Ökonomierat Hoppenstedt auf Domäne Liebenburg und Amtsrat Rimpau auf Domäne Schlanstedt, praktisch aus.

Im Herbst 1868 trat er als Einjährig Freiwilliger in das 1. Garde-Dragoner-Regiment in Berlin ein.

Anschließend studierte er ein Semerster Agrarwissenschaften in Halle. Im Juli 1870 übernahm er das Erbe seines schon 1852 verstorbenen Vaters: Gut Welfesholz im Mansfelder Seekreis gelegen.

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 ließ ihn zu den Waffen eilen. Da er noch nicht genügend militärische Ausbildung erhalten hatte, wurde er als Unteroffizier dem Westfälischen Dragoner-Regiment Nr. 7 in Stendhal zugeführt und nahm am Gefecht von Toul, den Schlachten von Beaumont und Sedan sowie an der Belagerung von Paris teil. Am 20. Oktober 1870 wurde er zum Offizier befördert. Im Frühjahr 1871 konnte er auf sein Gut zurückkehren.

Am 14. Oktober 1873 ehelichte er in Bonn Selma Freiin von Mirbach (* 1853).

Schon im Januar 1875 veräußerte er Gut Welfesholz wegen Wassermangels, schlechter Verbindungswege und der Erfordernis größerer Neubauten.

Er siedelte mit seiner Familie nach Halle um. Hier hörte er weitere Vorlesungen an der Universität von Ostern 1875 bis Herbst 1876. Zu diesem Zeitpunkt kaufte er Gut Marzhausen im nordhessischen Kreis Witzenhausen.

Im Herbst 1885 verlegte er seinen Wohnsitz wegen der Erziehung der drei Söhne Gustav, Max und Wilhelm nach Kassel. Töchterchen Else kam 1886 zur Welt.

In Kassel wurde er Vorsitzender des Konservativen Vereins und der Abteilung Kassel der Deutschen Kolonialgesellschaft. Ebenso war er parteiloses Mitglied des Kommunallandtages in Kassel von 1877 bis 1882.

Gut Marzhausen verkaufte er im Jahr 1889.

In diesem Jahr wurde ihm am 18. Mai 1889 persönlich der erbliche Adelstand vom preußischen König verliehen. Zudem trat er in die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ein.

1890 kaufte er das Rittergut Depenau in Holstein vom Schwiegersohn des in eine Irrenanstalt eingelieferten Kieler Kaufmanns Georg Eduard Boehme.

1893 kehrte er jedoch zu seiner Frau nach Kassel zurück.

Seine beiden ältesten Söhne besuchten zuletzt nach Kassel und Lübeck das Gymnasium in Plön, wo sie ihr Abitur machten. Beide schlugen eine Offizierskarriere ein. Sein jüngster Sohn studierte Jura, während die Tochter 1906 den Rittmeister Georg von Heydwolff auf Gut Germershausen bei Marburg heiratete, jedoch schon 1915 verstarb.

Im Jahr 1904 verkaufte Gustav von Löbbecke Gut Depenau an den Geheimen Kommerzienrat Rudolph Hammerschmidt aus Essen, dessen Familie das Gut über 100 Jahre in Besitz hatte.

Gustav von Löbbecke lebte in Kassel, wo er am 14. Februar 1931 verstarb.

 

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