Umsetzung der Kammmolche

Prof. Peter Gohlke mit einem Erdbohrer

Am Sonntag den 1. August 2021 wurde es gegen 11 Uhr lebendig am ehemaligen Kräuterpark in Stolpe. 17 Stolper und Stolperinnen, sowie die Projektleiterinnen mit Dr. Florian Liedl aus Selent trafen sich, um die Umsetzung der Amphibien aus den Rest-Folienteichen vorzubereiten. Mit Spaten, Schaufel und Regenjacke bewaffnet, wurden sie eingewiesen. Das Ziel: Rund um den großen Teich alle 10 m Eimer eingraben und einen Krötenzaun um alles ziehen. Leichter gesagt als getan. Die oberen 8 cm Boden waren stark verdichtet. Man kam nicht mit dem Spaten durch. Also wurde schwereres Gerät herangeschafft. Erdbohrer und ein Lochspaten wurden herausgeholt. Und auf einmal nahm die Aktion Fahrt auf.

Warum, fragt man sich, der ganze Aufwand? Auf dem Gelände des Kräuterparks, das seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird, will die Gemeinde Stolpe ein Baugebiet einrichten. Aufgrund der starken Nachfrage nach Baugrund in Stolpe bot sich das nun freistehende Gelände an. In Anbetracht der ehemaligen und auch teilweise noch heutigen ökologischen Vielseitigkeit wurde beschlossen,  ein Vorzeige-Baugebiet in ökologischen und Klimaschutzfragen zu entwickeln. Dabei steht der Gemeinde eine Spezialfirma zur ökologischen Begleitung zur Seite. Da die stark beschädigten Folienteiche aufgrund der künstlichen Anlegung keinen Bestandsschutz haben, legte die Gemeinde in 2020 ein großes Ausgleichsgewässer an. In dieses sollen die streng geschützten Kammmolche und die anderen Amphibien, sofern man ihrer habhaft wird, umziehen.

Der Restteich

Im August verlassen die Molche in der Regel ihr Gewässer und leben für kurze Zeit in feuchtem Strauchwerk und Stauden und in Gemäuern. Im September/Oktober suchen sie sich dann ein Winterquartier.

Die Kammmolch-Aktion ist damit nicht beendet. Täglich muss frühmorgens nachgesehen werden, ob sich Amphibien in den Eimern befinden. Vernetzt durch eine WhatsApp-Gruppe verabreden sich die Teilnehmer abwechselnd zur Kontrolltour. Der stellvertretende Bürgermeister Matthias Stührwoldt setzt die Tiere dann an ihrem neuen Gewässer aus. Es fährt schließlich nicht jeder einen Trecker!

In dieser Woche war erst ein Kammmolch im Eimer. Der Projektleiter Dr. Florian Liedl aus Selent meinte dazu: Die Molche fühlen sich noch in ihrem Pool wohl. Aber irgend eine Veränderung, z.B. in der Temperatur, wird sie doch dazu bringen, ihren Teich zu verlassen.

Der erste Kammmolch

Da ist erst einmal Geduld gefragt. Und frühes Aufstehen.

Am Samstag den 7. August 2021 trifft man sich noch einmal um 10 Uhr am Urzeithof. Dann will die Kammmolchtruppe unter Anleitung des Biologen Dr. Frank Rudolph vom Urzeitpark den Zaun sozusagen noch einmal „molchsicherer“ machen.

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