Geplante Anbahnung einer Städtepartnerschaft
Stolpe auf Usedom ist eine kleine Gemeinde am Nordufer des Stettiner Haffs, im Mündungsgebiet der Oder. Es ist idyllisch gelegen, hat einen kleinen Naturhafen, in dem meist Ruderboote liegen. Der Ort Stolpe liegt etwas zurückliegend auf der Insel Usedom bei 7 m über NN.
Besonders auffällig ist das Schloss im Gemeindegebiet. Es gehörte der Familie von Mellenthien und später den Grafen von Schwerin, und zeigte sich im Jahr 1900 in voller Pracht. Die Zeiten änderten sich, das Schloss verlor im 20. Jahrhundert seine Türme, die Bausubstanz verfiel. Besonders in der Zeit der DDR von 1945 bis 1989 verfiel es immer mehr und drohte zu einer Ruine zu werden. Seine letzte Bewohnerin, Gräfin Freda von Schwerin geb. von Kleist musste1945 das Schloss Stolpe verlassen und starb verarmt in Lüneburg.
Es gibt 9 Orte bzw. Ortsteile mit Namen Stolpe im vereinten Deutschland.
2 davon liegen in Schleswig-Holstein, die Gemeinde Stolpe im Kreis Plön und der Ortsteil Stolpe in Altenkrempe, Kreis Ostholstein. Die übrigen 7 Stolpes verteilen sich auf Mecklenburg-Vorpommern (3), Brandenburg (3) und Berlin (1).

Da man eine Städtepartnerschaft mit Stolpe in der ehemaligen BRD wünschte, nahm nach dem Zusammenbruch der DDR im Jahr 1989 die Feuerwehr Stolpe auf Usedom Kontakt zur Freiwilligen Feuerwehr Stolpe in Holstein auf. Die Einladung wurde vom damaligen Bürgermeister Erwin Wendik unterstützt.
Die Anfrage erreichte den damaligen Leiter der Stolper Wehr, Hermann Westphal. Man lud eine kleine Delegation der Feuerwehr aus Stolpe auf Usedom, damals gehörig zum Kreis Wolgast, ein, und brachte sie in Familien unter. Man hielt ein gemeinsames Treffen im Feuerwehrgerätehaus Stolpe im Depenauer Weg 3 ab und besuchte auf Einladung der Familie Haberland den Hof Missenkamp im Mißmaaßener Weg 2.
Nach der Rückreise der Feuerwehrdelegation von Stolpe auf Usedom setzte sich eine Dreiergruppe aus Stolpe in Holstein auf den Weg, um einen Gegenbesuch auf Usedom zu tätigen. Es waren dies Wehrführer Hermann Westphal, sein Sohn Ralph, beide inzwischen verstorben, Bürgermeister Erwin Wendik und Rainer Grapp aus dem Ortsteil Mißmaaßen. Als Beweis ließen sie ein Foto vor dem Ortsschild „Stolpe Kreis Wolgast“ anfertigen, unser einziges bisheriges Foto der Aktion. Das Foto ist vor allem wichtig für die zeitliche Bestimmung des Besuchs auf 1989, denn im Jahr 1990 wurde Stolpe auf Usedom dem Land Mecklenburg-Vorpommern zugeordnet.

Später kam noch einmal eine 10 – 12köpfige Delegation aus Stolpe auf Usedom zu Besuch nach Stolpe in Holstein. Auch sie wurden in Privatfamilien als Gäste aufgenommen.
Nach der Rückkehr der Delegation schlief der Kontakt nach Usedom langsam ein.
Bürgermeister Holger Bajorat war nach seinem Amtsantritt 1994 mehrfach auf der Insel Usedom und ihrer Gemeinde Stolpe und unterhielt sich mit den jeweiligen örtlichen Bürgermeistern. Ihn beschäftigte besonders das im Verfall befindliche Schloss Stolpe, dessen Wiederaufbau für die Gemeinde Stolpe auf Usedom als unfinanzierbar erschien. Man muss wissen, dass die Gemeinde Stolpe auf Usedom damals ungefähr die Größe und Einwohnerschaft unseres Ortsteils Nettelau hatte. Auch heute noch umfasst die Gemeinde eine Einwohnerschaft von nur ca. 370 Menschen.
Heute ist das Schloss Stolpe auf Usedom wieder vollständig aufgebaut. Mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Unterstützung der Gemeinde Stolpe auf Usedom hat ein gemeinnütziger Verein, der „Förderverein Schloss Stolpe e.V.“ aus dem Jahr 2001 auch heute noch das Zepter in der Hand. Sie haben nach dem handwerklichen Aufbau das Schloss wieder möbliert und mit angemessener Ausstattung versehen.
Sie veranstalten Führungen durch das Schloss, dokumentieren weiterhin den Aufbau und halten kulturelle Events im Schloss ab.
An Sams- und Sonntagen werden Kaffee und Kuchen angeboten.
Der Eintritt ins Schloss Stolpe ist frei, Spenden sind aber immer willkommen! Die Spenden und Eintrittsgelder werden wieder für den Erhalt des Schlosses Stolpe eingesetzt.








