Die Entwicklung des Baugebietes Nr. 11 „Auf dem Kamp“ bis 1994

Wer heute das Springen der Hausnummern „Auf dem Kamp“ sieht, ist zuerst verwirrt und wundert sich darüber.
Des Rätsels Lösung ist die Entstehung des Baugebiets „Auf dem Kamp“ in zwei Schritten.
Erster Bauabschnitt
Zuerst baute das Ehepaar Suckert ein Haus oberhalb des Hauses Dorfstraße 60, das nach dem Tod des Erbauers als Ruine zu trauriger Berühmtheit gelangte. Danach folgte das Haus Nr. 6 oberhalb, das Arthur Bieber erbaute.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtete der Leiter des Bauamts in Wankendorf, Herr Manske, 1980 ein Einfamilienhaus, das er 1981 an eine Arzt- Familie weiterverkaufte. Unterhalb entstand etwas später aus dem abgetrennten Grundstück des ehemaligen Blumenfahrers in der Dorfstraße 62 ein weiteres Einfamilienhaus mit der Hausnummer Auf dem Kamp 1a.
Vor allem auf der rechten Seite der Stichstraße zum Wendehammer hin entwickelte sich peu à peu eine Einzelhausbebauung, zuerst immer wieder mit Lücken, die später ebenfalls bebaut wurden. Das ging bis zum Ende des Wendehammers mit dem großen Grundstück Auf dem Kamp 22 und davor die Grundstücke einer Familie mit Nr. 18 und 20.

Zweiter Bauabschnitt
In den 1990er Jahren entstand der Wunsch zum Bau neuer Wohneinheiten in der Gemeinde Stolpe. Immer wieder ereilten Bürgermeister Holger Bajorat Bauanfragen von Bürgern, die gern in Stolpe bauen und wohnen wollten.

Es ergab sich dabei die Frage, in welche Richtung sich Stolpe entwickeln sollte. Nach der Diskussion in der Gemeindevertretung war klar, dass sich die Gemeinde Stolpe, die leider seit 1972 durch das Teilstück der BAB 21 in zwei getrennte Teile zerrissen war, eine kompakte Bebauung wünschte.
Das hieß, dass der Bereich auf dem sogenannten „Kamp“, übersetzt „Feld“, wo früher die Felder zweier Stolper Landwirte lagen, eine geregelte Bebauung bekommen sollte.
Auf der Fläche waren schon einige Einfamilienhäuser entstanden, vor allem an der Stichstraße neben der alten Blumenhalle, zuerst als sogenannte Hinterlandbebauung, von der Dorfstraße aus gesehen.

Hinterlandbebauung wird von der Gemeinde nicht gern gesehen, da es keine erschlossene Zuwegung gibt, sowie eine ungeregelte Bebauung irgendwann Probleme in der gemeindlichen Infrastruktur schafft: Schule, Kindergarten, Wasser Zu- und Abfuhr, Möglichkeit der Anbindung an die Abfallentsorgung, Verkehrsaufkommen usw.
Also entschloss sich die Gemeinde, eine Bauleitplanung für das Gelände „Auf dem Kamp“ östlich der BAB 21 und westlich der südlichen Dorfstraße, nördlich des Wiesenwegs und südlich der Hauskoppel des letzten aktiven landwirtschaftlichen Betriebs im Innenbereich von Stolpe
Es sollten letztendlich ca. 35 Ein- und Mehrfamilienhäuser entlang der hufeisenförmigen Straßenführung entstehen, deren jeweiliger Endpunkt an der Dorfstraße liegt.
Das Gelände geht recht steil westlich des Hauses Dorfstraße 60 nach oben, im ersten Abschnitt bis zu einem Wendehammer direkt unterhalb des Lärmschutzwalls. Im zweiten Bauabschnitt, ca. 50 m zurück, geht es dann von der BAB 21 gesehen parallel nach Süden weiter bis zum Abknicken in östlicher Richtung zum Stolper See hin, der von hier aus gut zu sehen ist. Unten trifft die Straße „Auf dem Kamp“ südlich des Hauses Dorfstraße 68 wieder auf die Dorfstraße.

Da das Baugebiet direkt an der BAB 21 endete, musste die Gemeinde Stolpe auf eigene Kosten einen höheren Lärmschutzwall errichten. Dies konnte zum Glück mit dem Aushub aus anderen Straßenbaumaßnahmen geschehen.
Nach dem Absetzen des Erdwalls wurde dieser mit heimischen Bäumen und Sträuchern, ebenfalls zu Lasten des Gemeindehaushalts bepflanzt. Dies zog sich über Jahre hin. Etliche Nachpflanzungen wegen der zunehmenden Trockenheit im Frühjahr waren ebenfalls notwendig.
Ein großer Spielplatz wurde direkt unterhalb der BAB 21 gebaut. Er wurde jedoch im Laufe der Zeit immer weniger frequentiert, war aber auch nicht attraktiv gestaltet.
Die meisten Neubauten entstanden um das Jahr 1998. Einige wenige Baulücken wurden später geschlossen.
Komplettierung durch drei Mehrfamilienhäuser
In den 2010er Jahren entwickelte sich eine neue Sichtweise auf die Gestaltung von Baugebieten. Waren Gemeinden wie Stolpe bis dato durch eine Einzelhausbebauung dominiert, gab es Überlegungen z.B. von Seiten des Kreises Plön, wegen der steigenden Wohnungsnot in den Städten eine gemischte Bebauung aus Ein- und Mehrfamilienhäusern vorzuziehen.

So beschloss die Gemeindevertretung im Jahr 2020 die 1. Änderung des B-Plans Nr. 11.
Auf dem Gelände des ehemaligen Spielplatzes sollten 2 Mehrfamilienhäuser entstehen.

Und auf einem Naturgrundstück am Wendehammer links sollte noch ein 3. Mehrfamilienhaus hinzukommen.

Es gab zwar zuerst Bedenken von Seiten der Bewohner im Altbestand, aber 2022 waren letztendlich alle drei Mehrfamilienhäuser fertig und von den Mietern bezogen.
Das ehemalige Neubaugebiet Nr. 11 „Auf dem Kamp“ war zu einem abgeschlossenen Wohngebiet angewachsen.