Die neue Schule 1956

Der Neubau der Stolper Schule wurde am 18. November 1954 begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte dann im nächsten Frühjahr am 23. April 1955. Der parteilose Bürgermeister Richard Schimkat hielt dabei eine Ansprache auf der Kellerdecke der neuen Schule und mauerte anschließend eine Urkunde in einer versiegelten Flasche in der Westecke des Mittelbaus ein.

Grundsteinlegung

Grundsteinlegung am 23.4.1955 mit Bürgermeister Richard Schimkat

Da bereits viele Arbeiten erledigt waren, nur noch die Außenmauern mussten hochgezogen werden, konnte das Richtfest schon am 29. Juni, also rund zwei Monate später gefeiert werden. Diese Ehre hatte schon der neue Bürgermeister Claus Wiggers (CDU), Landwirt auf dem Hof Missenkamp.

Die Schlüsselübergabe fand am 18. Januar 1956 statt. Endgültig in Betrieb genommen wurde die neue Schule zum neuen Schuljahr 1956/57. Damals wurden die Erstklässler noch nach Ostern eingeschult.

Richtfest

Beim Richtfest im Juni 1956

Während der Zeit des Baus wurden die Schülerinnen und Schüler umschichtig im Saal der Gaststätte „Zum Pfeifenkopf“ unterrichtet.

Sehr zur Freude der älteren Schüler mussten die Gäste der Gaststätte, um zu den Toiletten zu gelangen, immer wieder den Saal durchqueren. So mancher „Störenfried“ ließ dann auch schon mal seinem Unmut über die eigene Schulzeit freien Lauf.

Pfeifenkopf 1968

Der Gasthof “Zum Pfeifenkopf” 

Die neue Schule hat zwei große Klassenräume, dazu einen angrenzenden Raum mit Glaswand für den Aufenthalt der Lehrer, der gleichzeitig das Büro des Schulleiters war. Vor den Klassenräumen liegt ein langer Flur.

Wenn man das Schulgebäude über die Treppe betrat, lagen an der linken Seite, wie heute, die Schülertoiletten, sowie der Raum für die Utensilien des Reinigungspersonals. Dahinter geht die Tür auf den überdachten Verbindungsgang, der zur kleinen Schule von 1938 führte. Hier war die Wohnung des zweiten Lehrers im Obergeschoss untergebracht.

Lehrerwohnhaus fertig

Das Wohnhaus für Lehrer Karl Fuchs ist fertig

An der rechten Seite der Schule wurde die Wohnung für den Hauptlehrer angebaut. Hier wohnte zuerst der langjährige Hauptlehrer Karl Fuchs mit seiner Familie.
Hinter der Schule lag der Schulgarten, der zu Teilen auch der Garten des Hauptlehrers war. Der Schulgarten ging bis hinunter zur Badewiese.
Entlang der Grenze zum Sieversschen Grundstück verlief früher ein öffentlicher Weg, der bis hinunter zum See führte. Dieser ist heute aufgehoben.
An der rechten Seite des Schulgrundstücks wurde an der Grenze zur Sieverschen Reetdachkate der so genannte Schulwald angelegt. Noch heute stehen hier noch einzelne hohe Bäume der damals angepflanzten Fichten.

Schulgarten

Der Schulgarten im Umbruch

Im Jahr 1967 gab es das Aus für die Stolper Volksschule. In Wankendorf wurde eine Dörfergemeinschaftsschule für die Klassen der Sekundarstufe I eingerichtet. Die Stolper Schule wurde somit eine reine Grundschule. Nach der Schließung der Depenauer Volksschule wurden die dortigen Grundschüler nun nach Stolpe eingeschult. Ein Busdienst wurde eingerichtet. Die älteren Schüler gingen nach Wankendorf, auf die Realschule in Bornhöved oder auf das Schlossgymnasium Plön.

Fertige Schule

Die fertige Schule

Durch diese Umstrukturierung verfügte die Stolper Grundschule nur noch über 88 Schüler. Weiterhin blieben der Stolper Schule 3 Lehrer: Max Rolke als Schulleiter, Rudi Wenzel und die Junglehrerin Frl. Elke Martensen. Der allseits beliebte Hauptlehrer Max Rolke verstarb 1973. Für ihn kam Herbert Lausen, der 20 Jahre die Schule leiten sollte.

Max Rolke

Lehrer Max Rolke beim Vogelschießen

 

Aufgrund der weiter sinkenden Schülerzahlen drohte erneut die Schließung der Schule. Aber die engagierten Eltern setzen sich in erregten Versammlungen gegen den Schulrat durch. Schon lange wurden die Schüler bei einer Anzahl von ca. 35 im Minimum, in den Klassen 1 und 2 durch Herrn Wenzel, sowie 3 und 4 durch Herrn Lausen unterrichtet. Trotzdem galten die Stolper Schüler in den weiterführenden Schulen als gut ausgebildet. Das war der Teamarbeit der beiden Lehrkräfte geschuldet.
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Vogelschießen 1978

Lehrer Herbert Lausen beim Vogelschießen 1978

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wies die Gemeinde Stolpe mehrere neue Baugebiete aus. Die Schülerzahlen stiegen kontinuierlich. 1990 wurde im Dachgeschoss der Schule ein 3. Klassenraum aufgebaut. Aber dies konnte nur ein Provisorium sein. Der Schulbau von 1956 reichte vorn und hinten nicht mehr aus. So beschloss das Amt Wankendorf, das inzwischen der Schulträger der Schulen im Amtsbereich geworden war, einen modernen Anbau an der Schule von 1956 zu errichten.

Grundschule in den Herbstferien

Die heutige Stolper Grundschule in den Herbstferien mit Anbau von 1994

Am 22. Dezember 1994 fand die Einweihung des Anbaus statt. Er enthielt zwei neue Klassenräume, einen Gruppenraum, einen Mehrzweckraum mit Schulküche, 2 Lehrer-WCs und ein Lehrerzimmer.

Aufgrund der allgemein zurück gehenden Kinderzahlen rutschte die Anzahl der Stolper Grundschüler erstmals im Jahr 2010 unter die im Erlass fest gelegte Untergröße einer eigenständigen Schule.
Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Stolper Grundschule eine Zweigstelle der Grund- und Regionalschule Wankendorf.

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