Landwirtschaft ab 1945

Nach einer Erzählung von Rudolf Holzinger

Schuppen Gut Horst

Schuppen Gut Horst

Vor, im und kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde das Korn in der Fachwerkscheune mit einem LANZ Drescher aus Holz gedroschen, der in der Scheune von Fach zu Fach gezogen wurde, wo das Getreide gelagert war.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es vom Traktor gezogene Mähdrescher, Marke CLAAS 500. Später kam der CLAAS 500 Automatik, der nur noch einen Mann zum Bedienen benötigte.

Mähdrescher von Claas

Mähdrescher von Claas

Sie hatten eine Schnittbreite von 2,10 m. (Spätere Generationen hatten eine Schnittbreite von 6,60 m.) Das heraus gedroschene Korn wurde in Säcke gefüllt, die an ein Schott angeklemmt waren. Ein Landarbeiter nahm den vollen Sack ab, nachdem er das Schott geschlossen hatte, band den Sack zu und deponierte den vollen Sack auf der Rutsche an der anderen Seite des Mähdreschers. Ein Traktor mit Anhänger kam gefahren, lud die Säcke von der Rutsche in den Anhänger und brachte die vollen Getreidesäcke in die Fachwerkscheune, wo das Getreide gelagert wurde.

Die alte Fachwerkscheune in der Nähe des Teiches ist heute abgerissen.

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Rapsfeld

Rapsfeld

Angebaut wurden Wintergerste, -weizen, -raps und Hafer. Nach dem Krieg wurden zudem noch Hanf und Kartoffeln angepflanzt.

Da früher die Stängel der Rapspflanzen viel länger waren, und die Blätter bei feuchter Witterung zu faulen begannen, trieb man Schafe auf das Feld, damit sie die Blätter abfraßen.

Die Scheune auf der rechten Seite des Weges war der Kuhstall. Hierin war früher die Werkstatt von Rudolf Holzinger.

Werkhalle 1982

Werkhalle 1982

Johannes Behrends, der Schwiegervater von Rudolf Holzinger, war Haushalter auf Gut Horst. Ein Haushalter war Melkermeister, der auch Butterfässer und Schweinetröge aus Holz herstellen können musste. Zugleich war er Meierist. Zusammen mit seiner Ehefrau und Gehilfen standen sie um 2 Uhr morgens auf, um ab 3 Uhr auf der Koppel die Kühe zu melken. Im Tagessoll waren für den Mann mindestens 22 (25) Kühe vorgesehen, für die Frau 18 Kühe. Die Milch wurde in 20 l – Kannen gefüllt und bis zum Abend im Wasserbad kühl aufbewahrt. Abends brachte ein Landarbeiter die Milch mit der Kutsche zur Meierei in Ascheberg. Auf dem Rückweg brachte er auf Bestellung Molke oder Buttermilch mit.

Die Arbeit auf dem Gut ging im Sommer von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, im Winter von 7 Uhr ab. Es wurde von montags bis samstags gearbeitet, täglich 10 Stunden.

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